Frage

Welcher Netzwerkswitch


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Guten Tag.
Ich betreibe eine Sonos One, eine Play:1 und ein Connect.
Ich möchte gern die One und den Connect per Ethernet anschließen (wegen der Entfernung).
Wenn die Connect im SonosNet betrieben wird, verabschiedet sie sich ab und an, daher denke ich, dass der Empfang nicht ausreicht.
Ich betreibe alles über einen Switch (Netgear GS116ev2).
Auf Nachfrage beim Support sei es kein Problem, auch mehr als einen Sonos per LAN anzuschließen. Es könne zu einem Broadcast-Sturm kommen, daher solle igmp aktiviert sein. Dies ist im Standard der Fall.
Ich habe daher alles angeklemmt und zuerst klappte es auch.
Nach einem Tag waren die Sonos jedoch in der App nicht mehr zu finden und laut Fritzbox auch nicht mehr verbunden.
Offenbar hat der Switch einen Loop entdeckt, da beide Ports im Takt blinkten (an aus an aus).
Ich habe schon viel im Netz gesucht, aber leider nichts gefunden.
Weiß jemand, wie der Switch konfiguriert werden muss oder welcher Switch mit Sonos kompatibel ist?
Laut Website darf STP beim Switch nicht blockiert sein. STP hat der Netgear aber offenbar nicht.
In der Liste der inkompatiblen Switche habe ich den GS108ev2/3 gefunden. Der ist ja der gleiche wie meiner, nur halt 8 statt 16 Ports.

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Grüße, Data

7 Antworten

Es ist irgendwie unglaublich dass ein "Smart Managed Plus Switch" wie Dein GS116Ev2 keine STP-konfiguration bietet, lässt sich aber anscheinend nicht ändern.
Bevor Du das Teil entsorgst kannst Du nachfolgende Möglichkeiten testen.
  1. schalte im Konfigurationsdialog einfach mal die "Loop Detection" aus. Wenn Dein Netz sonst sauber ist dürften die Loops nur auf den SONOS-Ports zu stande kommen. Dort dürften sie eigentlich keinen Schaden anrichten, da SONOS die Pakete selber blocken müsste. Voraussetzung ist allerdings dass der Switch auch die BPDU-Pakete forwardet. - macht er das nicht hast Du schlechte Karten. Dann bleibt nur 2.
  2. nimm alle SONOS-Geräte vom Switch und lege diese auf die Ports vom Router. In der Regel hast Du dort ja einen 4-Port-Switch verbaut, von denen nur einer als Uplink für den GS116Ev2 belegt wird. Demnach sollten ja noch 3 Ports frei sein, welche Du für die SONOS-LAN-Geräte verwenden kannst. Hast Du allerdings mehr wie 3 SONOS-Geräte für LAN-Anschluss vorgesehen, dann scheidet die Möglichkeit allerdings auch aus.
Das Beste ist natürlich Du tauscht den Switch aus gegen ein Gerät, welche auch wirklich und vollumfänglich zu managen ist.
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Hallo Peter_13.
Danke für die schnelle Antwort.
Ja. Bin auch enttäuscht. Dachte der Switch wäre soweit brauchbar. Hab ihn kurz vor dem Entschluss Sonos zu erstehen, angeschafft. IGMP war mir wichtig wegen IP-TV.
Ich werde es mal testen.
Ja, an der Fritzbox sind noch 2 Ports frei. Am 3. hängt ein Repeater per Kabel.
Es ist dann aber nicht so, dass der Switch/der Router oder das Netzwerk dann trotzdem geflutet werden, wenn ich die Ports am Router verwende?
Für den Fall der Fälle, hättest du eine Idee für einen Switch, der die nötigen Funktionen beherrscht und auch von jemandem konfigurierbar ist, der technisch bewandert aber eben kein ITler und erst recht kein Netzwerkarchitekt ist?

Vielen Dank.

Grüße, Data
Benutzerebene 3
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Du könntest auch das WLAN Interface deiner Sonos-Geräte oder zumindest von einem Gerät ausschalten. Das sollte mögliche Loops auch verhindern.
Du könntest auch das WLAN Interface deiner Sonos-Geräte oder zumindest von einem Gerät ausschalten. Das sollte mögliche Loops auch verhindern.
Stimmt, das hatte ich als 3. Möglichkeit ganz vergessen anzuführen.
danke Dieter
Es ist dann aber nicht so, dass der Switch/der Router oder das Netzwerk dann trotzdem geflutet werden, wenn ich die Ports am Router verwende?
Looping und Flooding sind 2 unterschiedliche Dinge.
  • ein Looping entsteht wenn, wie bei Deinem SONOS, zwei oder mehr Nodes mit mehr als einem NIC am selben Netzwerk hängen, und somit ein Netz-Paket von einem Node gesendet über die eine Verbindung "im Kreis" über andere Nodes wieder zum ersten Node auf dem 2. NIC wieder zurück kommen kann. Hierbei sind nur die Ports betroffen, an denen Nodes mit mehr als einem NIC hängen.
  • Flooding entsteht z.Bsp. bei einem "nicht IGMPv3-snooping-fähigen" Switch, wenn dieser Dieser mit Multicast(MC)-Paketen gefüttert wird. Da er nicht IGMP-fähig ist werden diese MCs in "stink normale" Broadcasts umgewandelt und an alle Ports verteilt. Ein beliebter Kandidat dafür ist Magenta T mit seinem Entertain und dem Mediareceiver (MR). Die Besonderheit dabei ist, dass Telekom mit MC bis zum MR arbeitet. Aus dem Grund sagt die Empfehlung in der Regel auch, dass der MR immer direkt am Router, und niemals an einem dahinter liegenden Switch hängen soll. Ist der Switch aber IGMPv3- und Snooping-fähig, dann ist diese Regel hinfällig. >> https://www.hobmaier.net/2013/04/telekom-entertain-und-igmpv3-switch.html
Für den Fall der Fälle, hättest du eine Idee für einen Switch, der die nötigen Funktionen beherrscht [...]

In der Regel beherrscht eigentlich jeder magedbare Switch / Web-Smart-Switch auch STP, wenn es nicht gerade solche eine "kastrierte Variante" wie Dein GS116Ev2 ist.
Preislich liegst Du dabei in der Regel immer im unteren bis mittleren 3-Stelligen Euro-Segment.

[...) und auch von jemandem konfigurierbar ist, der technisch bewandert aber eben kein ITler und erst recht kein Netzwerkarchitekt ist?

da fängt allerdings das Problem an !
  • diese Eigenschaften ("konfigurierbar" und "kein ITler") beißen sich per se.
  • entweder "NICHT konfigurierbar", oder "Du musst wissen was Du tust" !
  • ein dazwischen gibt es nicht.
Wenn Du keine VLANs und die sonstigen Funktionalitäten eines managed-baren Switches benötigst, dann reich ein "ganz normaler", IGMPv3- / und Snooping-fähiger SOHO-Switch.
  • die jetzt bei Dir auftretenden Loops gibt es dann zwar auch, sie werden halt nur nicht signalisiert und die Ports halt nicht deaktiviert.
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Hallo Peter_13.
Ich habe das System zum Laufen bekommen.
Beide Sonos sind per LAN am Switch. Bei dem einen habe ich, wie von DieterPete empfohlen, das WLAN deaktiviert.
Trotz aktivierter Loop Detection kam es bisher zu keinen Störungen. Alles läuft stabil.
Nun habe ich noch eine letzte Frage.
Ich habe die Möglichkeit einen Switch zu bekommen, der neben den Funktionen, die mein jetziger Switch beherrscht, auch STP beherrscht. Aber: es ist nur ein 8Port-Switch, der für mein Netzwerk nicht ausreicht.
Meine Idee: Ich klemme den STP-fähigen Switch an einen freien Port am Router, parallel zum vorhandenen Switch und betreibe ihn als "Sonos-Switch" und hänge alle Sonos-Geräte da ran, wenn ich das Sonos-System weiter ausbaue. Dann kann ich auch das WLAN an dem einen Sonos-Gerät wieder aktivieren.
Ist das eine gangbare Lösung, oder wird der Loop, der ja durch das STP offenbar verhindert wird, trotzdem das restliche Netzwerk (also den zweiten Switch, an dem alle anderen Geräte hängen) beeinträchtigen?
Vielen Dank für diese letzte Info und die bisherigen Lösungen.

Grüße, Data
Hi @Data ,
kannst Du machen ... aber ich würde den "managed Switch" als "Core-Switch" an oberster Stelle Deiner Infrastruktur betreiben.
D.h.,
  • der "managed Switch" hängt ganz oben im Baum, also an der Spitze
  • an einem Port (z.B. Port 1) hängt der Uplink zu Deinem Router.
  • die übrigen Ports des internen Switch am Routers würde ich unbeschaltet lassen.
  • an einem weiteren Port (z.B. Port 2) hängt dann der Downlink zu Deinem zweiten, unmanaged Switch.
  • an die weiteren Ports des Core-Switches würde ich dann die SONOS-Geräte, und (falls vorhanden) das NAS oder andere netzintensive Server oder auch ggf. vorhandene APs anschließen.
  • ein ggf. vorhandenen Entertain-Receiver käme auch an den Core-Switch (notfalls und ausnahmsweise auch direkt an den Router)
  • alle anderen Netzwerkteilnehmer kommen dann an den unmanaged Switch
Hintergrund dieser Struktur ist einfach die vermutlich weitaus höherer Switchleistung eines solchen Managed Switches und dessen bessere Konfigurierbarkeit.
Bei der Festlegung der Architektur musst Du aber immer auch die Kommunikationskanäle/-richtungen der einzelnen Netzwerkteilnehmer berücksichtigen.
  • das kannst eigentlich nur Du selbst, weil nur Du weist wer mit wem und wann "sprechen" muss.
  • Ziel ist immer der kürzeste Weg übermöglichst wenig Hop's / Knoten
Und Du musst im Hinterkopf behalten, dass auf einem unmanaged und nicht IGMPv3-fähigen Switch ein Multicast-Paket immer in ein Broadcast umgewandelt wird und somit dann an alle Ports verteilt wird, was zu einer erheblichen Last auf dem Switch führen kann.
  • aus dem Grund auch oben die Anmerkung für den evtl. vorhandenen Entertain-Receiver.
... viel Erfolg // Peter

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